Info IV/2000 |
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Liebe ambulant arthroskopierende Kolleginnen und Kollegen, und wieder geht ein Jahr intensiver und mühevoller Arbeit zu Ende. Wir möchten es uns nicht nehmen lassen, den Verband pünktlich zum neuen Jahrtausend im neuen Erscheinungsbild zu präsentieren. Sowohl Logo als auch das Layout der BVASK Info wurden ein wenig modernisiert und wir hoffen, dass der neue Look auch Ihre Zustimmung findet. Für uns alle war das zurückliegende Jahr äußerst turbulent und wie Sie unserer Info im Weiteren entnehmen können, ist leider immer noch kein Ende des zähen Ringens um eine leistungsgerechte Honorierung unseres Fachbereiches in Sicht. Aber wir versichern Ihnen, dass der Vorstand sich auch im neuen Jahr mit allen Kräften und Mitteln dafür einsetzen wird. Ein Verband lebt von seinen Mitgliedern und der Kommunikation untereinander und darum möchten wir Ihnen schon heute unsere nächste Jahrestagung im Mai 2001 in Dresden ans Herz legen. Bewusst haben wir uns für ein langes Wochenende (Christi Himmelfahrt) entschieden; so läßt sich die Tagung mit einem verlängerten Frühlingswochenende im wunderschönen Dresden kombinieren. Für die interessanten Themenkreise Internet, Kooperationsformen und Hygiene konnten wir kompetente Referenten gewinnen. So wünschen wir uns nur noch eine zahlreiche Teilnahme Ihrerseits, um die Tagung zur Plattform spannender Diskussionen werden zu lassen. Zur Einstimmung werden wir ganz ungezwungen am Donnerstagabend mit einer Piano-Party in der begleitenden Industrieausstellung des exclusiven Tagungshotels – welches übrigens auch durchaus familienfreundlich ist – beginnen. Ich hoffe, schon hier möglichst viele KollegInnen begrüßen zu können. Denn einerseits ist das die Gelegenheit, wo wir Ihre Meinung zu unserer Arbeit bzw. konstruktive Kritik und Anregungen erfahren und andererseits ist eine gut besuchte Jahrestagung für den Vorstand ein Vertrauensbeweis in seine Arbeit, während gleichzeitig Stärke nach außen demonstriert wird. Apropos „Kommunikation untereinander: Unserer letzten Info hatten wir einen Mitglieder-Fragebogen mit der Bitte um Rückmeldung beigelegt. Nur 40 Prozent haben uns ihre Daten zurück gefaxt und deshalb haben wir den Fragebogen dieser Info nochmals beigelegt. Meine dringende Bitte an Sie: Schicken Sie uns den ausgefüllten Fragebogen zurück, damit wir für Sie effizient arbeiten können. Geben Sie bitte unbedingt an, ob es sich um eine Einzel-oder Gemeinschaftspraxis handelt. Denn kleine Ursache – große Wirkung: solche Unklarheiten haben immer wieder zu Mißverständnissen geführt. Im Namen des Vorstandes möchte ich Ihnen alles Gute für das Jahr 2001 wünschen. Mit kollegialen Grüßen Ihr Emanuel Ingenhoven Zuspitzung an der Sachkosten-Front: Kassen wollen Implantate nicht zahlen.Kleine Ursache – große Wirkung: Aus dem kleinen Passus „einschließlich Kosten ist für die ambulanten Arthroskopiker ein Riesenproblem geworden. Die Gesetzlichen Krankenkassen machen Front; halten inzwischen auch Implantate für mit dem Honorar abgegolten und stellen zunehmend Regressforderungen. Die Problematik der Sachkostenabrechnung nimmt immer groteskere Formen an: Nachdem die Kassen es bereits seit Jahren ablehnen die Spüllösungen zu zahlen, streichen sie jetzt auch noch die Kosten für Implantate. Immer mehr Kollegen sehen sich verstärkt mit – teilweise existenzgefährdenden - Regressforderungen konfrontiert. Der BVASK-Vorstand bemüht sich bei allen Entscheidungsträgern wie KBV, Kassen und Bewertungsausschuss um eine Klärung des Sachkostenproblems bei arthroskopischen Operationen im EBM. Wir haben bei den entsprechenden Gremien noch einmal ganz klar Position bezogen und folgendermaßen argumentiert: Man kann nicht abstreiten, daß die Leistungsbewertung der Arthroskopien in der Vergangenheit immer wieder überprüft und korrigiert wurden. Allerdings ist diese nie nach oben, sondern immer nach unten korrigiert worden. Deshalb können mit dem Passus „einschließlich Kosten in den Legenden der Ziffern Nr.2445 bis 2449 auch nicht alle Kosten inclusive Sprechstundenbedarf, Implantate und sonstige Sachkosten gemeint sein. Dies ist allein schon deswegen absurd, da bei der Berechnung aller Sachkosten z.B. bei einer Kreuzbandoperation, die Sachkosten das Honorar für die Ziffer 2449 plus Zuschlagsziffer 86 übersteigen würden – selbst bei einem Punktwert von 10 Pfennigen. Beispiel: Der Punktwertunterschied zwischen der Ziffer 2447 (resezierende arthroskopische Operation) und Ziffer 2449 (rekonstruktive arthroskopische Operation) beträgt 1600 Punkte. Für eine resezierende arthroskopische Operation muß eine OP-Blockierungszeit zwischen 45 und 85 Minuten angesetzt werden; für eine rekonstruktive arthroskopische Operation muß dagegen eine Blockierungszeit von 75 bis 145 Minuten gerechnet werden. Allein an diesem Beispiel sieht man das Dilemma, in dem wir Arthroskopiker stecken: Nämlich, daß sich rekonstruktive Eingriffe schon wegen der OP-Blockierungszeit nicht rechnen. Auch resezierende Arthroskopien rechnen sich kaum, wenn man – was betriebswirtschaftlich korrekt wäre – von einem Betriebsstundensatz im OP (incl.Personal, Raummiete, Investitionskosten, etc ohne Sachkosten) von 780,-Mark pro Stunde ausgeht. Zugrunde gelegt sind hier Zahlen von Praxen mit eigenem OP in den westlichen Bundesländern. Der Differenz von 1600 Punkten wird aber nicht nur die im Schnitt doppelt so lange OP-Zeit zugerecht; erschwerend kommen jetzt auch noch die bei den rekonstruktiven Operationen anfallenden Sachkosten hinzu. Nach Ansicht der Versicherungsträger sind mit dieser Differenz von 1600 Punkten die Kosten für die Implantate bei der Kreuzbandplastik bzw. die Meniskuspfeile bei der Meniskusnaht abgegolten. Lieferantenrechnungen für Kreuzband-Implantate in Höhe von 403,68 Mark verdeutlichen die Problematik. Völlig desolat wird es dann, wenn auch noch der Meniskus genäht werden muß. Die Kosten für zwei Meniskuspfeile betragen 321 Mark. Benötigt werden pro Meniskus bis zu vier Pfeile. Bei den hier erwähnten Beispielen sind Einmal-K-Drähte, Spüllösungen, Einmalinstrumente, Abdeck- und sonstige Verbrauchsmaterialien noch gar nicht aufgeführt. Um in der Auseinandersetzung mit den Kassen – die den unseligen Passus „einschließlich Kosten schamlos zu ihrem Vorteil ausnutzen – fundiert argumentieren zu können, hat der BVASK-Vorstand exemplarisch die Sachkosten für eine ambulante arthroskopische Kreuzband-OP zusammengestellt und der KBV vorgelegt. Bei günstiger Kalkulation kommt man auf einen Gesamtbetrag von circa 1.150,- Mark. Hiervon sind 558,22 Mark fakultative Kosten. Sollten die Kassen an ihrer Milchmädchenrechnung festhalten und weiter versuchen, uns die Sachkosten aufs Auge zu drücken, sollte sich ferner eine solche Auffassung im Bewertungsausschuß durchsetzen, bleibt uns nichts anderes übrig, als keine rekonstruktiven arthroskopischen Operationen mehr durchzuführen. Aber es kann nicht im Sinne der Kostenträger sein, daß wir diese Patienten ins Krankenhaus einweisen, wo die Fallpauschalen dieser Eingriffe für die Kassen um ein Mehrfaches zu Buche schlagen. Was die Kassen ihre Uneinsichtigkeit kostet, macht eine Untersuchung des AOK-Bundesverbandes mehr als deutlich. Der vom WidO (Wissenschaftliches Institut der Ortskrankenkassen) gerade veröffentlichte „Krankenhausreport 2000 zeigt eine Zunahme der stationär durchgeführten arthroskopischen Operationen um 15,8 Prozent in den letzten zwei Jahren. Wen wundert das? Ist doch die ambulante arthroskopische Operation auch für die Krankenhäuser ein Verlustgeschäft, während die üppige Fallpauschale für die stationäre Durchführung einer arthroskopischen Kreuzband-OP von 9.400 Mark dem Krankenhaus satte Gewinne bringt. Hier ist die GKV verpflichtet, ihrem Auftrag entsprechend gegenzusteuern, statt das Ambulante Operieren zu behindern. Die Wirtschaftlichkeitsreserven sind bei ambulanten Operationen noch lange nicht ausgeschöpft. Allerdings benötigen sie eine solide wirtschaftliche Grundlage, die gerade mit solch gedankenlosen Legenden, unter denen wir jetzt zu leiden haben, völlig konterkarriert sind. Ein Lichtblick könnte der neue EBM 2000 plus sein, der ab April 2001 in zwei KVen als Testphase laufen wird und nach entsprechender Auswertung und Korrektur im Juli 2002 für alle KVen in Kraft treten soll. Wir stehen in engem Kontakt zu Dr. Andreas Köhler, Leiter der KBV-Honorarabteilung und Vater des neuen EBM, der sich dafür einsetzt, daß der folgenschwere Passus „einschließlich Kosten gestrichen werden soll. Das hilft uns allerdings nicht in der derzeitigen Situation, denn wir haben keinen finanziellen Spielraum mehr. Deshalb haben wir alle Entscheidungsträger aufgefordert, in dieser Misere dringend Abhilfe zu schaffen. Sollten die Krankenkassen bei ihrer harte Linie bleiben, müssen wir unseren Mitgliedern dringend raten, aus wirtschaftlichen Gründen von der weiteren Durchführung - insbesondere von Kreuzbandoperationen und Meniskusnähten - abzusehen. eing !! Umgezogen !!Im Sommer ist die Geschäftsstelle umgezogen. Die neue
Anschrift lautet: Nicht akzeptabel: EBM 2000 plus und die Ambulante ArthroskopieDer neue EBM plus soll der Garant zu einem kalkulierbaren Entgelt werden. Aber die arthroskopischen Eingriffe sind nach wie vor fehlbewertet und werden der Vielfalt und Schwierigkeit dieser Operationen in keiner Weise gerecht. Wenn der EBM so bleibt, wie sein bisheriger Entwurf befürchten läßt, wird er unsere Situation eher verschlechtern als verbessern. Der neue EBM plus enthält nur einen einzigen Leistungskomplex für die Arthroskopie mit einer Schnitt-Naht-Zeit (SNZ) von bis zu 15 Minuten (ZI.3268 = 4100 Pkt) und einen Zuschlag für jede weiteren vollendeten 15 Minuten (ZI.3269 = 1600 Pkt.). Das bedeutet, daß die arthroskopischen Operationen nach dem Zeittakt bemessen werden. Somit wäre der Langsamste der Beste!? Dazu kommt ein präoperativer Leistungskomplex (ZI.3100 = 370 Pkt.) und als echter Fortschritt die Streichung des Passus „einschließlich Kosten. Die Dokumentationspflicht wurde als Video-Dokumentation definiert; Prints sollte es nicht mehr geben. Der Leistungskomplex umfaßt sämtliche, durch den Operateur erbrachte ärztliche Leistungen wie: Untersuchungen am OP-Tag, Verbände, ärztliche Abschlußuntersuchung, Dokumentation und Beratung sowie postoperative Untersuchungen und Anästhesien im Behandlungsfall. Ein Anhang des EBM listet die abrechnungsfähigen ambulanten oder belegärztlichen Operationen auf. Dabei hat der neue Entwurf eigentlich sehr solide Grundlagen, denn er entstammt einer gemeinsamen Sitzung zwischen den Berufsverbänden der Orthopäden und Chirurgen mit der KBV am 20.11.1997. Damals lagen den einzelnen Operationen Bewertungs-Kalkulationen zugrunde, die konsensfähig waren. Die Bemessung des arthroskopischen Leistungskomplexes ergab für OP's mit einer SNZ von 15 Minuten 510 Mark und für jede weiteren 15 Minuten 170 Mark. Zu diesem Grundgerüst definierte der BVASK einen fünfstufigen nach Schnitt-Naht-Zeiten gestaffelten OP-Katalog. Damit hatten wir akzeptable Honorare. Klammheimlich - ohne Abstimmung mit den Berufsverbänden - wurde dann Anfang 1998 dieser Vorschlag geändert; die kalkulatorischen Grundlagen wurden „angepaßt. Die Version vom 18.2.1998 sah nur noch die auch jetzt vorgesehenen Punktwerte von 4100 für die ersten 15 Minuten und von 1600 Punkten für jede weiter abgeschlossenen 15 Minuten vor. Damit war der Grundstein zum neuen EBM 2000 plus gelegt. Das heißt: die Grundlage der arthroskopischen Leistungen im neuen EBM 2000 plus sind nicht neu kalkuliert und in keiner Weise sachgerecht. Außerdem deckt sich das dem EBM als Anhang angefügte „Verzeichnis der in den Leistungskomplexen für ambulante und belegärztliche Operationen enthaltenen operativen Verfahren in keiner Weise mit dem von uns in diesem Sommer erarbeiteten Katalog ambulanter Operationen. Dr. Andreas Köhler, in der KBV dafür verantwortlich, wurde auf diese Situation hingewiesen und um eine klärendes Gespräch gebeten. Wir gehen davon aus, daß das Anfang des Jahres in der KBV stattfinden wird. Einen ersten kleinen Erfolg konnten wir mit der Aufnahme der digitalen Befund-Dokumentation verbuchen. GF Krankenhaus-Report 2000: Stationär statt ambulantNeun der zehn am häufigsten in Kliniken stationär durchgeführten Operationen sind originäre ambulante Operationen. Lediglich die Totalprothese am Hüftgelenk und im Einzelfall vielleicht auch noch die Gebärmutterentfernung – beide rangieren am Ende der Hitliste der zehn häufigsten Klinik-Operationen – sind den stationär durchzuführenden Eingriffen zuzuordnen. An der Spitze steht mit 4,0% aller OP's die Kataraktoperation; während auf Platz fünf die arthroskopischen Operationen am Gelenkknorpel und den Menisken im stationären Bereich mit 15,8% stark zugenommen haben. Da nimmt die Zahl der vollstationär behandelten Patienten gegenüber 1997 um 2,8% zu, während sich die durchschnittliche Verweildauer verkürzt, weil immer leichtere Fälle (Kurzlieger bis 3 Tage) im Krankenhaus aufgenommen werden. Nachzulesen im Krankenhaus-Report 2000, der druckfrisch im Schatthauer Verlag herausgekommen ist. Angesichts dieser Zahlen müßten bei den Verantwortlichen in unserem Gesundheitssystem alle Alarmglocken schrillen. Richtig ist, daß über die stationäre oder ambulante Durchführung einer Operation der allgemeine Gesundheitszustand sowie das familiäre und soziale Umfeld des Patienten entscheiden. Es ist wohl kaum anzunehmen, daß knapp eine Million Patienten einen so schlechten Allgemeinzustand haben, daß sie stationär aufgenommen werden mußten. Richtig ist – auch das ist im Gesundheits-Report 2000 nachzulesen, daß die Krankenhäuser Gegenstrategien entwickeln, um ihre Patienten nicht zu verlieren. Denn es sind nicht die Vertragsärzte, die vermehrt einweisen, um ihr Budget zu schonen. Es hat ein munteres Verlegungsspiel unter den Krankenhäusern eingesetzt: Verlegungen aus anderen Kli- niken haben um 21% zugenommen und die Notfallaufnahmen sind sogar um fast 60% gestiegen. Aus Letzterem dürfte sich manche stationäre Arthroskopie rekrutiert haben. Solange das Gesundheitssystem das Ambulante Operieren nicht wirklich fördert und ausreichend Geldmittel zur Verfügung stellt, wird sich der Trend ins Krankenhaus nicht ändern. Schlimmer noch ist, daß Kassen und Politik das Ambulante Operieren, da wo es funktioniert, gezielt behindern. Nehmen wir das Beispiel „Sachkosten oder auch nur die Zuzahlungspraktiken: Bei der Fahrt zur stationär durchgeführten Arthroskopie zahlt der Patient 25 Mark zu, während er bei der Taxifahrt zur ambulanten Operation alles zu zahlen hat. Sinnigerweise ist neben Prof. Dr. Dr. Michael Arnold das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) Herausgeber dieses achten Krankenhaus-Reports, der sich schwerpunktmäßig mit der neuen Vergütungsreform mit DRG's beschäftigt. Bleibt zu hoffen, daß man in den oberen Kassenetagen diesen Report gründlich liest und die richtigen Konsequenzen daraus zieht. Unbestätigten Gerüchten zur Folge sind es nämlich wieder einmal die Kassen, die sich gegen die Aufnahme ambulanter Operationen bei den DRG'‘s wehren. amf Dresden im Mai: 12. BVASK-JahrestagungAm 25. und 26. Mai 2001 werden wir unsere 12. Jahrestagung in Radebeul bei Dresden abhalten. Der Schwerpunkt dieser Tagung wird auf der Berufspolitik liegen, denn da drückt uns der Schuh am meisten und da sind wir besonders gefordert. Bis zum Jahr 2003 werden allein für Deutschland 48 Millionen Internet-Anwender erwartet; in Europa wird sich die Zahl bis dahin verdreifachen. Schon heute sucht sich der informierte Patient seinen Arzt nicht mehr aus den Gelben Seiten, sondern aus dem Internet! Das gilt wohl weniger für den Hausarzt als für den Spezialisten und das gilt ganz sicher für ambulante Operateure. Das heißt: wir Arthroskopiker kommen nicht mehr ohne Website aus. Aber da fängt die Problematik für uns auch schon an. Was ist sinnvoll, was kostet nur unnütze Ladezeit? Wie halte ich den Benutzer auf meiner Website? Wie muß, wie darf eine Website aussehen? Ärzte sind an Kammergesetze gebunden, aber die Grauzone zwischen Information und Werbung ist fließend! „Elektronische Medien für Arzt und Patient wird einer der Schwerpunkte unserer Jahrestagung sein. Mit dem Verleger der Orthopädischen Nachrichten, Dr. Hans Biermann, und anderen IT-Experten ist es uns gelungen, profunde Kenner des Medienmarktes als Referenten zu gewinnen. Die Rolle des Arztes als selbstloser, was bedeutet unterbezahlter Helfender ändert sich in unser Gesellschaft mit dramatischer Geschwindigkeit. Die tägliche Praxis zeigt, daß unsere marode Kassenmedizin weder den Bedürfnissen der Patienten noch einer anständigen Honorierung der Ärzte gerecht wird. Unternehmerisches Handeln ist gefragter denn je. Das fängt bei der Praxisstruktur an und hört bei den sogenannten IGEL-Leistungen noch lange nicht auf. So sei die Zeit der Einzelkämpfer unter den Ärzten vorbei, prognostizieren Gesundheitsökonomen. „Kooperationsformen gibt es derer viele. Aber welches ist die richtige? Wo liegen die Gefahren? Wo sind die Konflikte vorprogrammiert? Und dann ist da der sogenannte zweite Gesundheitsmarkt: Die Gesundheitsbranche im Bereich Wellness, Naturheilkunde und Vorsorge boomt! Fachleute sprechen von einer Zukunftsbranche, die zu einem der bedeutenden Wirtschaftsfaktoren des 21.Jahrhunderts werden könnte. Die fehlgesteuerte grün-rote Gesundheitspolitik mit ihrer zunehmenden Leistungseinschränkung hat dazu geführt, daß wir Ärzte neben der „Kassenbehandlung den Patienten sinnvolle Therapien anbieten müssen. Das ist auch eine Chance für Ärzte, sich als Gesundheitsberater und Unternehmer zu bewähren. Dabei können wir durchaus professionelle Hilfe gebrauchen. Als besonderen Gast haben wir Dr.Lothar Krimmel eingeladen, der sich mit seiner MedWell Gesundheits AG dieser Problematik angenommen hat. Ein Thema, das auch berufspolitisch gern mißbraucht wird, ist die Hygiene beim Ambulanten Operieren. Von der Gewerbeaufsicht bis zum Gesundheitsamt glauben alle mitreden zu können, d.h. uns unter Druck setzen zu können. Hygieneanforderungen sind wichtig und sollten von uns peinlichst beachtet werden. Dennoch sind auf diesem Gebiet in letzter Zeit auch einige alte Zöpfe abgeschnitten worden. So ist es absolut falsch, wenn in den ORTHOPÄDIE-Mitteilungen (12/00) der Kollege Keller behauptet, man benötige für die arthroskopische Kreuzband-OP einen OP mit RLT-Anlage. Grund genug für uns, sich mit diesem Thema zu beschäftigen. Zum Schluß noch ein paar Worte zum Tagungsort Radebeul/Dresden. Zugegeben – wer im Westen oder Südwesten der Bundesrepublik wohnt, hat eine lange Anreise. Aber sie lohnt sich! Radebeul und das Parkhotel sind ein reizvoller Platz zum Tagen, von wo man schnell und bequem nach Dresden gelangt. „Elbflorenz, „Athen der Künstler „Metropole europäischer Kunst – die Stadt August des Starken hat nicht zu unrecht viele grandiose Attribute. Spätestens dann, wenn der Blick vom Theaterplatz über Semperoper, Zwinger, Schloß mit Hofkirche und das Taschenbergpalais schweift, weiß man, was Johann Gottfried Herder gemeint hat. GF
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