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Info I/2003

 

Der BVASK am Scheideweg
Einladung zur 14. Jahrestagung und Hauptversammlung in Freiburg am 11./12.04.2003
Summenliste der BVASK-Qualitätssicherung von 1/02 - 1/03
Stand EBM 2000+
Bilddokumentation bei arthroskopischen Operationen
Nachrichten aus der Industrie
Überblick Sonderkonditionen
Einladung zur Mitgliederversammlung des Bundesverbandes für Ambulante Arthroskopie, BVASK e.V.
Geschäftsstelle
Impressum

 

Der BVASK am Scheideweg

Die aktuellen gesundheitspolitischen Entwicklungen lassen keine einheitliche Richtung erkennen. Papiere aus dem Kanzleramt widersprechen sich mit Äußerungen der Gesundheitsministerin, Mitglieder der ‚Rürup-Kommission’ ergehen sich in gegensätzlichen Statements, der Fraktionsvorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion relativiert alles. KBV und Ärztekammern propagieren Dienst nach Vorschrift. Die Gesundheitsministerin sagt den Fachärzten den Kampf an. Der EBM 2000 plus befindet sich im Schiedsverfahren und der niedergelassene Arzt fragt sich, wohin die Reise führt.

Zunehmend gibt es in den letzten Tagen Äußerungen, in denen die Vokabel Qualitätssicherung in einen pervertierten Zusammenhang gestellt und als mögliches Instrument zur Disziplinierung und Ausgrenzung von Leistungserbringern propagiert wird.

Bei allem, was wir an Theater und Machtspielen zur Zeit erleben, scheint jedoch eines klar: Die gute alte Zeit, in denen sich der Kassenarzt darauf verlassen konnte, ohne eigene Initiative, aufgrund einer Abrechnung mit den Kassenärztlichen Vereinigungen, ausreichend an der Behandlung von gesetzlich Versicherten zu verdienen, scheint endgültig vorbei.


Sonderverträge?

Unter diesem Aspekt mache ich mir Gedanken über die konzeptionelle Zukunft des Verbandes. Unser Ziel, für unsere Mitglieder ein verlässlicher und kompetenter Partner bezüglich Service und Information rund um das arthroskopische Operieren zu sein, scheint zwar erreicht. Um den Mitgliedern den vor ihnen liegenden, offenbar steinigen Weg zu erleichtern, muss der BVASK aber weitergehende Zielvorstellungen verfolgen. Meine Vorstellung war und ist es, den BVASK für Sie zu einem unentbehrlichen Partner werden zu lassen. Nicht nur durch Service und Information, sondern auch durch nur über den BVASK zu realisierende Vorteile. Weniger die Sonderkonditionen für Verbandsmitglieder bei Industrie und Handel sind es, die in Zukunft unter diesem Aspekt Gewicht haben werden, sondern, um es klar zu äußern, Sonderverträge mit den Krankenkassen. Dies scheint, sollte der Rauch der gegenwärtigen gesundheitspolitischen Schlacht sich eines Tages gelichtet haben, das zu sein, was auf den Vertragsarzt als mögliches Schrecknis aber auch als Chance zukommt: Individual- bzw. Gruppenverträge.

Bei allen Bedenken bezüglich solcher Verträge, eines sollte jedem klar sein: sobald sie möglich sind, werden sie auch abgeschlossen werden. Die Frage ist nur, sind Sie und ist der BVASK dabei. Ich sehe in diesen Vertragsformen bei der augenblicklichen honorarpolitischen Situation die einzige Möglichkeit, kostendeckende – über den KV-Sätzen liegende - Honorare für unsere hochqualifizierte Arbeit zu erzielen. Hierzu müssen wir aber die Qualität unserer Arbeit darstellen können.


Qualitätssicherung?

Lassen Sie mich etwas ausholen und aus meiner ersten Veröffentlichung zum Projekt Qualis® von 1995 zitieren:

‚Die umfassende, aber rationelle Dokumentation von medizinischen Prozessen sowie deren statistische Auswertbarkeit und Zugänglichkeit für andere Behandler wird ein immer wichtigeres Feld der medizinischen Versorgung werden. Ebenso nimmt die Nutzung der wirtschaftlichen Reserven im Gesundheitswesen schon jetzt einen breiten Raum in den Planungen der Verantwortlichen und Entscheidungsträger ein.

Medizinische Dokumentation, Kommunikation und Qualitätssicherung sind urärztliche Aufgaben. Die zur Zeit in Deutschland geplanten gesundheitspolitischen und ökonomischen gesetzlichen Maßnahmen drohen, uns Ärzten in diesem Bereich das Heft aus der Hand zu nehmen. Deshalb sollten wir unsere abwartende Haltung schnellstens überdenken und unter Nutzung der modernen multimedialen Möglichkeiten eine Qualitätssicherungsinitiative ‚von Ärzten für Ärzte’, die diesen Namen auch verdient, initiieren. Jede Klinik und jede Praxis ist ein - meist ungenutzter - Datenschatz, den es nicht zuletzt zum Zweck des eigenen Erkenntnisgewinns zu heben gilt. Hier sind auch Entscheidungsträger in den Kammern, KV’en , wissenschaftlichen und Berufsverbänden gefragt. Je breiter die Basis einer solchen, möglichst fachübergreifenden Initiative ist, desto eher besteht die Möglichkeit durch fundiertes datengestütztes Wissen politische und ökonomische Entscheidungsträger zu beeinflussen.’

Mir war hierbei immer klar, dass eine dezidierte Qualitätssicherung mit Darstellung der Ergebnisqualität, wie es beispielsweise Qualis® ermöglicht, polarisierend wirken muss. Inzwischen sind aber fast 8 Jahre vergangen und dieses Zitat hat nichts von seiner Aktualität verloren. Die Ärzteschaft im Allgemeinen und die Fachärzte im Besonderen haben es noch nicht einmal ansatzweise geschafft, für globale gesundheitspolitische Diskussionen ausreichend große und valide Datensammlungen, die die Sinnhaftigkeit und Unerlässlichkeit ihrer täglichen Arbeit und deren Ergebnisse dokumentieren, auf die Beine zu stellen. Dies ist ein Hauptgrund der gegenwärtigen schwachen politischen Position der Ärzteschaft.

Die Gründe hierfür sind schnell auszumachen: fehlender Wille und fehlende Einsicht, technische Schwierigkeiten, keine offensichtlichen Vorteile für ‚Datensammler’ und ‚Qualitätssicherer’. Mit einem Satz: was nicht erkennbare finanzielle Vorteile bringt, wird von der überwiegenden Mehrheit der Ärzte nicht gemacht.


Der Sonderweg des BVASK

Anders beim BVASK: neben der einheitlichen Außendarstellung des Verbandes in den einschlägigen Medien und über das Internet hat der Verband sich schon immer mit der Qualitätssicherung und deren Auswertung befasst. Seit über einem Jahr gibt es sie sogar in elektronischer Form. Der BVASK ist der erste, zum Zwecke der Qualitätssicherung elektronisch vernetzte, ärztliche Berufsverband Deutschlands. Somit verfügt der Verband zwar über ein hervorragendes Instrument zu seiner Darstellung und die der Qualität seiner Mitglieder. Zurzeit fehlt es aber an ausreichenden Teilnehmerzahlen.

Bislang haben lediglich 14 Mitglieder (ca. 7% der BVASK – Mitglieder) regelmäßig Daten an den zentralen Datenpool übersandt (siehe Überblick in dieser Info). Mit dieser Rate an Teilname kann kein Vorstand für den gesamten Verband in Verhandlungen bezüglich eines Gruppenvertrages eintreten. Voraussetzung hierfür ist eine 100%ige Teilnahme. Die Satzung, schriftliche Erklärungen aller Mitglieder und einschlägige Beschlüsse der Mitgliederversammlung in der Vergangenheit eröffnen dem Vorstand die Möglichkeit, Mitglieder, die sich dauerhaft der Qualitätssicherung verweigern, auszuschließen. Der Vorstand des BVASK möchte von dieser Möglichkeit naturgemäß möglichst wenig Gebrauch machen.

Hier wird sich aber meines Erachtens die Zukunft des Verbandes entscheiden: glaubwürdige, nachprüfbare Qualitätssicherung für Alle oder Hobbyqualitätssicherung für Einige. Einheitliche Außendarstellung mit Hilfe der nachgewiesenen Qualität oder Qualitätssicherung als Feigenblatt für Mitläufer. Chance auf Gruppenverträge oder klassische Lobbyistenarbeit auf niedrigem Niveau. To fly with the eagle or scratch with the chicken. It’s your turn!

Mir ist bewusst, dass die Qualitätssicherung Arbeit erfordert. Sie ist aber für den BVASK in meinen Augen unverzichtbar. Diejenigen Mitglieder, die die Qualität ihrer Arbeit belegen und hieraus Vorteile ziehen wollen, werden die Entwicklung unseres Verbandes sehr genau verfolgen.

Ich persönlich glaube, dass die Vorteile der Teilnahme an der Qualitätssicherung so groß sind, dass auf Dauer kein ernsthaft an der Arthroskopie interessiertes Verbandsmitglied umhin kommt, hieran teilzunehmen.


Zertifizierung

Der Vorstand fordert daher alle Mitglieder, die bisher nicht teilgenommen haben, auf, sich baldmöglichst mit diesen Thema zu befassen. Bei Fragen hierzu steht die Geschäftsstelle und die Hotline (Frau Dipl.-Ing. Isa Brors, Mittwoch von 14.00 – 17.00 Uhr, Tel.: 0211/93 37 801) zur Verfügung. Der Vorstand hat beschlossen für die Teilnahme an der BVASK Qualitätssicherung eine Zertifizierung einzuführen. Für die regelmäßige Überspielung der Daten erhält jedes teilnehmende Mitglied am Ende des Jahres eine Urkunde. Weitere Zertifizierungsschritte sind geplant.

Des Weiteren hat der Vorstand beschlossen, ausschließlich Verträge mit Versicherern unter Einschluss der Qualitätssicherung abzuschließen und diejenigen Ärzte, die an der Qualitätssicherung nicht teilnehmen, werden keine Möglichkeit erhalten an diesen Verträgen zu partizipieren.

Ab sofort werden regelmäßige Veröffentlichungen zur Qualitätssicherung des BVASK in den einschlägigen Medien erfolgen.


Neu: AODT-Version von Qualis®

Das BVASK-Qualitätssicherungsprogramm selbst wird in nächster Zeit aufgewertet durch die zur Verfügung Stellung der AODT-Version von Qualis®. Somit wird es möglich sein, den KBV–Qualitätssicherungsbogen (AODTBogen) mit dem BVASK/Qualis®-Programm automatisiert, ohne zusätzlichen Aufwand, auszufüllen. Es ist hierzu nur notwendig den Kopf eines OP- Berichtes auszufüllen, dann neben dem BVASK-Bogen auch den AODTBogen aufzurufen und ihn abzuspeichern. Am Ende des Quartals kann dann mit Hilfe des von der KBV zertifizierten Qualis®-AODTProgramms eine Diskette erstellt werden, die den örtlichen KV’ en zur Abrechnung zur Verfügung gestellt werden kann. Sie werden hierüber noch separat informiert.


Appell des Vorstands

Zuletzt bleibt noch einmal der Appell des Vorstands an die Mitglieder: Nutzen Sie das BVASK-Qualitätssicherungsprogramm, nehmen Sie an unserer innovativen Qualitätssicherung teil. Hiervon profitieren in erster Linie Sie selbst. Wir sind dann in der Lage glaubhaft den BVASK als Vereinigung der ‚Center of Excellence’ in der Arthroskopie darzustellen und werden uns bemühen entsprechende Sondervereinbarungen abzuschließen.

Emanuel Ingenhoven


Einladung zur 14. Jahrestagung und Hauptsversammlung in Freiburg am 11./12.04.2003

Die BVASK-Jahrestagung findet am 11./12.04.2003 in Freiburg statt. Tagungshotel ist das ‚Colombi’

Adresse: Am Colombipark,
  D-79098 Freiburg
Tel.: 0761-21060
Fax: 0761-31410
Mail: rezeption@colombi.de
Internet: www.colombi.de

Beachten Sie bitte das dieser Info beiliegende Programm und Anmeldeformular.

Zimmerreservierungen unter dem Stichwort ‚BVASK’ im Tagungshotel. Achtung: begrenztes Kontingent! Planen Sie bitte frühzeitig, da Freiburg ein beliebtes Ausflugsziel ist.

Der Vorstand freut sich auf ein Wiedersehen mit Ihnen.


Summenliste der BVASK-Qualitätssicherung von 1/02 - 1/03

Anzahl OP-Bögen: 2764     von Anzahl Ärzten: 14     Zeitraum: 1.1.2002 - 14.1.2003

Medizinischer Kontrollbogen
OP am:
Knie
Schulter
Handgelenk
 
2271
344
17
 
Sprunggelenk
Ellenbogen
andere Gelenke
 
42
22
18
 
 
 
 
 
rein diagn. ASK
Zweit OP
 
 
12
164
 
 
Diagnosen
bestätigt
erweitert
geändert
 
1288
1151
325
 
Anästhesie
Regionalanästhesie
Vollnarkose
Blutsperre
 
201
2259
2116
 
Meniskus, Labrum, Rotatorenmanschette
Glättung
Teilresekt.
subt. Res.
Naht
 
Innenmeniskus
104
892
461
20
 
Außenmeniskus
140
267
101
18
 
Labrum glenoidale
23
8
 
13
 
Diskus triangularis
1
0
2
0
 
 
Glenohumeral
Subacromial
Kalkentfernung
 
 
Rotatorenmanschette
112
132
68
0
 
 
Gelenkflächen
Debridement
Abrasio / Microfracture
Osteophyten
OD-Refixation
Knorpel-Knochentranspl.
Tibia med.
223
43
7
0
3
Femur med.
566
137
4
6
0
Tibia lat.
172
20
1
0
4
Femur lat.
112
47
1
1
1
Patella
353
39
3
0
0
Trochlea femoris
135
44
4
0
0
OSG-Tibiafläche
7
2
5
0
0
Talusrolle
10
6
5
2
0
Trochlea humeri
6
2
3
1
0
Radius
4
1
0
0
0
Ulna
2
1
2
0
0
Corpus
2
0
1
0
0
Humeruskopf
5
0
1
0
0
Schulterpfanne
7
1
0
0
0
 
 
 
 
 
 
Subacromialgelenk
 
Acromioplastik
 
 
 
 
0
297
 
 
 
 
 
 
 
 
 
AC-Gelenk
Diskusresektion
Osteophyten
ACG-Plastik
 
 
 
2
42
62
 
 
 
 
 
 
 
 
freier Gelenkkörper
einer
mehrere
dorsal
 
 
 
43
107
7
 
 
 
Synovia
partiell
subtotal
ein Kompartiment
282
282
mehrere Kompartimente
127
85
Plica mediopatellaris
70
100
Plica infrapatellaris
47
51
Briden
35
51
Hoffa-Resektion
27
3
Meniskoid
4
9
Bursa Subacromialis
0
283
 
Kreuzband
Resektion
Naht
Plastik
Augmentation
vorderes Kreuzband
148
8
118
0
hinteres Kreuzband
1
0
1
0
Kapsel
 
 
 
 
lateral release
186
 
 
 
Kapselraffung
15
 
 
 
Lig. Coraco-acromiale
Durchtrennung
Resektion
 
 
 
41
268
 
 
 
 
 
 
 
Zahl der Zugänge
1
2
3
mehr als 3
 
14
2182
294
166
 
 
 
 
 
Histologische Untersuchung
ja
nein
Malignität
 
 
585
2179
0
 
 
Perioperative Komplikationen
Nein
   
 
2757
   
 
Ja
   
Gefäßverletzung
0
   
Nervenverletzung
0
   
Instrumenten-, Materialbruch
3
   
Narkosezwischenfall
1
   
Stationäre Weiterbehandlung
3
   
Patientenkontrollbogen
Postoperativer Verlauf und Komplikationen nach Auswertung des "Patientenbogens" auszufüllen
 
Nein
Ja
 
gesicherte Thrombose
1221
6
 
Wundheilungsstörung
1213
2
 
Empyem
1214
1
 
Revisionsbedürftige Blutung
1208
3
 
punktionswürdiger Erguß
1125
90
 
 
 
 
 
Beurteilung der Behandlung
Nein
Ja
 
Pat. würde sich noch einmal ambulant operieren lassen
20
1117
 
Pat. würde sich vom gleichen Team operieren lassen
7
1121
 
Pat. fühlte sich zu Hause ausreichend betreut
30
1072
 
 
 
 
 
AU-Dauer, bzw. Wiederaufnahme der gewohnten Tätigkeit
<1 Woche
<2 Wochen
>2 Wochen
 
127
268
811

 


Stand EBM 2000+

Für Verwirrung sorgte die KBV bezüglich der operativen Ziffern im EBM 2000+. Da die Implementation der neuen Legenden nach ICPM-Code (wir berichteten hierüber in der Info II/02) noch nicht abgeschlossen war, veröffentlichte sie den neuen EBM-Vorschlag noch mit den alten Ziffern für den operativen Bereich. Bis heute sind die Dateien auf der KBV-Homepage nicht aktualisiert worden. Dies hängt mit der sehr zeit- und personalaufwändigen Einarbeitung dieser Ziffern zusammen. Z.B. umfasst der ICPM für arthroskopische Operationen schon ca. 680 Codierungen. Trotzdem soll nach Aussage der KBV-Spitze in dem augenblicklichen Schiedsverfahren schon mit der neuen Systematik gearbeitet werden. Zur Verhandlung der operativen Ziffern ist es aber bis jetzt (Stand 04.02.2003) noch nicht gekommen, da sie am Ende des neuen EBM stehen. Wer sich für die Systematik und die Grundlagen der Bewertung arthroskopischer Operationen nach dem letzten Kenntnisstand des BVASK interessiert, kann bei der Geschäftsstelle per E-Mail (mail@bvask.org oder mail@bvask.de) eine entsprechende Excel-Datei anfordern.


Bilddokumentation bei arthroskopischen Operationen

Unklarheiten bezüglich der gesetzlichen Voraussetzungen und eine Abwandlung der Bestimmungen zur Bilddokumentation bei arthroskopischen Operationen im geplanten EBM 2000 plus gegenüber dem EBM 96 veranlasst uns, auf das Thema Bilddokumentation bei arthroskopischen Operationen näher einzugehen.

In Deutschland gibt es keine gesetzlichen Auflagen zu Bilddokumentation bei arthroskopischen Eingriffen. Die Dokumentationspflicht ergibt sich ausschließlich aus verschiedenen Einzelverordnungen und Verträgen.

Der BVASK ist der Meinung, dass aus dem § 11 der Musterberufsordnung, der die ärztliche Dokumentationspflicht vorgibt, nicht zwangsläufig auch die Bilddokumentationspflicht bei arthroskopischen Operationen resultiert. Das alleinige Vorhandensein der Möglichkeit zur Bilddokumentation reicht hier nicht aus. Sonst müsste jeder visualisierbare Befund bei ärztlichen Tätigkeiten photografisch oder filmisch festgehalten werden. Die Dokumentationspflicht bezieht sich auf die Beschreibung von Befunden und ärztlichen Handelns (hier: OP-Bericht). Zusammenfassend kann man feststellen, dass eine Bilddokumentation bei arthroskopischen Operationen an gesetzlich versicherten und bei privat versicherten Patienten (ambulant und stationär !) gesetzlich nicht gefordert ist.

Die speziellen Vereinbarungen der vertragsärztlichen Versorgung beruhen auf den Qualifikationsvoraussetzungen gemäß § 135, Abs. 2, SGB V zur Ausführung und Abrechnung arthroskopischer Leistungen (Arthroskopievereinbarung vom 08.09.1994) und der Vereinbarung von Qualitätssicherungsmaßnahmen beim ambulanten Operieren gemäß § 14 des Vertrages nach § 115 b, Abs. 1, SGB V vom 24.07.2000.

Der EBM 96 macht bei arthroskopischen Operationen die Video- oder Printdokumentation des präoperativen Befundes und des postoperativen Ergebnisses zum obligaten Bestandteil der Abrechnung der Leistungen. Dies wird im EBM 2000 plus dahingehend abgeändert werden, dass nur noch die Videodokumentation oder die digitale Dokumentation obligater Bestandteil der Abrechenbarkeit der Leistungen ist.

Aus standespolitischer Sicht ist die Bilddokumentation sinnvoll als Manövriermasse bei der Aushandlung von regionalen und überregionalen Vereinbarungen zu arthroskopischen Operationen, wobei das Instrument nicht leichtfertig aus der Hand gegeben werden sollte.

Ein wissenschaftlicher Wert der Video- und Bilddokumentation ist nicht gegeben. Es gibt inzwischen mehrere Untersuchungen, die das Wiedererkennen und Beurteilen arthroskopischer Befunde, Operationsschritte und Ergebnisse anhand von Prints oder Videos für extrem schwierig erachten. Fehlende Normen und variierende Techniken führen zu Auswertungs- und Vergleichbarkeitsproblemen.

So gibt es von Seiten der wissenschaftlichen Gesellschaften keine technischen Empfehlungen bezüglich des Zustands und Art der Optik, der Kamera, der Lichtquelle oder des Aufnahmemediums. Einstellungsempfehlung wie z.B. Einhaltung des Horizonts, Drehung der Optik/Blickwinkel, zur Ausleuchtung oder Schärfe, sind nicht gegeben. Ferner fehlen Empfehlungen zur Befunddokumentation, wie z.B. prä- und p.o.-Befund aus mindestens zwei Blickwinkeln, Dokumentation von Normalbefunden, Einsatz von Tasthaken, etc.

Hier sieht der BVASK noch eine Aufgabe, die es gilt, ggf. in Zusammenarbeit mit den wissenschaftlichen Gesellschaften, zu lösen. Sollte der neue EBM in Kraft treten, steht der Operateur vor der Wahl der Art der Bilddokumentation:

Videotape oder digitale Bilddokumentation.


Video

Wer bisher das Videotape bevorzugt hat, wird es auch in Zukunft bevorzugen. Ich gebe hierbei zu bedenken, dass die Missverständlichkeit von Videoauswertungen extrem hoch ist und bei evtl. Gerichtsverfahren Fehlinterpretationen zu für den Operateur problematischen Urteilen führen können. Hier sollten aus diesem Grunde nur die wichtigsten Operationsschritte und der präoperative Befund sowie das postoperative Ergebnis festgehalten werden. Prinzipiell können natürlich auch Bilder falsch interpretiert werden. Da aber hierbei die Möglichkeit der Auswahl der korrekten Bilder durch den Operateur größer ist als bei einem durchlaufenden Tape ist hier sicherlich die Quote der Fehlinterpretationsmöglichkeiten geringer.


Digitale Bilddokumentation

Beschäftigt man sich mit den Voraussetzungen zur digitalen Bilddokumentation, so muss zunächst geklärt werden, ob ein Computernetzwerkkabel im OP vorhanden ist oder ob evtl. ein Videokabel vom OP nach außen geleitet ist.

Sofern ein Netzkabel im OP vorhanden ist, hat man eine Freiheit in der Systemwahl und kann statt rein lokalen Lösungen auch Netzlösungen einsetzen.

Sollte ein Videokabel nach außen gehen, aber kein Netzkabel vorhanden sein, lassen sich sowohl lokale als auch eingeschränkte Netzlösungen einsetzen. Netzlösungen sind nur dann möglich, wenn ein Auslöserkabel nach außen geleitet wird, hierbei kommt es aber zu einer fehlenden Kontrollmöglichkeit auf einem Monitor am Arbeitsplatz im OP. Ist keine Kabelverbindung im OP vorhanden, bleiben als Option ausschließlich die lokalen Lösungen oder eine Funknetzverbindung.

Leider kann man zur Zeit die technisch möglichen Funknetzverbindungen noch nicht uneingeschränkt empfehlen, da noch nicht ausreichend Erfahrungen existieren. In jedem Fall sollte eine Funknetzverbindung mit einer 256Bit-Verschlüsselungstechnologie gewählt werden. Techniken wie Bluetooth, die dazu gedacht wurden, Peripheriegeräte mit einem Rechner zu verbinden, sind aufgrund der fehlenden Reichweite und der Anfälligkeit der Datenverbindung nicht zu empfehlen.

Die Bildauslösung bei allen digitalen Systemen sollte entweder per Funktionsschalter an der Kamera oder per Fußschalter erfolgen.

Prinzipiell bleiben auf der Technikseite die Möglichkeit eine OP-Anbieterlösung oder eine Standardlösung einzusetzen. Die OPAnbieterlösung ist in der Regel eine lokale Lösung, hier wird zwischen Videoausgang und Monitor ein Gerät eines OPGeräteherstellers eingeschleift, das es ermöglicht, Bilder abzuspeichern und diese auf einem Speichermedium abzulegen. Mit diesem Medium kann man dann auf einem externen Rechner eine Bildbearbeitung und Weiterverwertung vornehmen.

Alternativ hierzu lässt sich ein Standardrechner mit einer Videokarte an derselben Stelle im OP implementieren. Dieser Rechner hätte ggf. einen eigenen Monitor, welches bezüglich der Betriebssicherheit im OP (Backup) Vorteile hätte. Auch in diesen Rechner können Speichermedien eingebaut werden, die dann zur Weiterverwertung herausgenommen werden können, hier ist die Auswahl naturgemäß größer als bei den OP-Anbieterlösungen.

Wichtig ist dabei natürlich, dass alle Geräte, die im OP zum Einsatz kommen, auch eine MedGV-Zulassung und Zertifizierung als ‚medizinisch-elektrisches Gerät’ haben.

Dies gilt für alle Komponenten, die in einem Gerät verbaut sind, also auch und insbesondere für Video- und Netzwerkkarten, die spannungsentkoppelt sein müssen.

Zur Aufnahme der Bilder eignet sich im einfachsten Fall schon die Software der eingebauten Videokarte. Komfortabler wird die Befunddokumentation naturgemäß, wenn eine für die Arthroskopie entwickelte Bilddokumentationslösung implementiert ist und am Besten läuft das Ganze, wenn der Rechner im OP mit dem Praxisnetzwerk kommuniziert.

Bei der Auswahl der Software sollten folgende Punkte beachtet werden:

  1. Einfache Stammdatenbearbeitung, am Besten mit Stammdatenimport.
  2. Einfache Patientenverwaltung. Alte Vorgänge sollen auf schnellste Weise wiedergefunden werden können.
  3. Übersichtlichkeit der in der temporären Datenbank vorhandenen Bilder und der zur Auswahl gekommenen Bilder.
  4. Möglichkeit der Bildbearbeitung ohne Bildverfälschung.
  5. Einfache Beschriftungsmöglichkeit (Texteingabe), die möglichst auch noch selbst zu editieren ist.
  6. Druckfunktion mit verschiedenen Anordnungen der zum Druck kommenden Bilder.
  7. Export der Bilder in unterschiedlichen Dateiformaten.
  8. Für wissenschaftliche Auswertungen, aber auch zur eigenen Fortbildung ist es sinnvoll, auf eine Stichwortsuche zurückgreifen zu können.
  9. Die Auslagerung der Daten auf ein externes Speichermedium sollte problemlos funktionieren.
  10. Als Option, aber nicht notwendig, könnte die Abspeicherung von Videosequenzen in verschiedenen Dateiformaten wünschenswert und der Datentransfer zu Praxissystemen möglich sein.

Der BVASK hat recherchiert, welche Kosten solche Systeme verursachen.

Tabelle 1: OP-Hersteller (ca.-Preise inkl. MwSt. in EUR)

Karl Storz Medi Pack (inkl. Digitalkamera) 10.900,-
Karl Storz Medi Pack 7.000,-
Karl Storz AIDA 10.400,-
Richard Wolf Mini PACS 11.300,-
Dionics Vision 625 11.300,-
Dionics Vision 635 23.000,-

 

Tabelle 2: Standardlösungen (ca.-Preise inkl. MwSt. in EUR)

OP-Rechner von CTV (ohne weitere Hardware oder Software) ab ca. 5.000,-
OP-Rechner von techlogic.de (inkl. Software, Monitor, Tastatur, Fußschalter, Netzwerkanschluß, etc.)

6.890,-
(5.990,- für BVASK-Mitglieder)

 

Vergleicht man jetzt die Vor- und Nachteile der OP-Hersteller-Lösung mit einer Standardlösung so ergibt sich folgendes Bild:

Tabelle 3:

  OP-Hersteller-Lösung Standardlösung
Lokal einsetzbar ++ +
Vernetzbar ins Intranet nur in Ausnahmen möglich ++
Vernetzbar mit Arthroskopiekamera nur bei gleichem Hersteller +
Vernetzbar mit anderen OP-Geräten nur bei gleichem Hersteller -
Praktikabilität für Computergewöhnte + ++
Praktikabilität für Ungeübte ++ +
Preis - 0

 

Natürlich bietet die digitale Bilddokumentation gegenüber einer analogen Videodokumentation oder dem analogen Print noch die vereinfachte Möglichkeit wissenschaftlicher Ausarbeitung um z.B. Vorträge zu erstellen. Sie bietet darüber hinaus noch den Vorteil der einfacheren Wiederauffindbarkeit visualisierter OPBefunde.

Nachfolgend finden Sie die Internet-Adressen der verschiedenen Hersteller aus diesem Artikel.

www.karlstorz.de
www.smith-nephew.com
www.richard-wolf.com
www.ctvgmbh.de
www.techlogic.de

Alle Angaben in diesem Artikel sind gewissenhaft recherchiert. Eine Gewähr für die technischen Daten und Preise können aber nicht übernommen werden. Bei Interesse kontaktieren Sie bitte die aufgeführten Anbieter.

E.I.

Der BVASK hat, um den auf eine digitale Bilddokumentation umsteigewilligen BVASK-Mitgliedern eine Vergleichsmöglichkeit zu bieten, von der Firma Techlogic.de ein Angebot erstellen lassen: Bei einer Mindestabnahmemenge von 10 Systemen wird hier ein Preis von EUR 5.990.- pro System für BVASKMitglieder gefordert. Dieser Preis beinhaltet u.a. die eigens für die Belange der Arthroskopie entwickelte Qualis- Video/Picture-Software und die Vor-Ort- Service für Installation und Einweisung. Die genaue Performance des Systems entnehmen sie u.a. Aufstellung.

  • Spezialgehäuse mit speziellem Netzteil nach Medizinproduktegesetz
  • Intel CPU Pentium IV mit 2500 MHz
  • 512 MB Arbeitsspeicher von Infineon
  • 120 GB Festplattenspeicher
  • 100 MBit Netzwerkanschluss
  • lokale Datensicherung wahlweise auf DVD, CD, USB-Speicher, NAS-Systeme optional
  • Video-Grabber Karte zum Anschluss an die vorhandene Kamera
  • 15" TFT-Medical-Flachbildschirm
  • Spezialtastatur und Maus
  • Spezialfußschalter
  • Microsoft Windows 2000 Professional, QualisVideo® und QualisPicture® vorinstalliert
  • Zertifizierung als "medizinisch elektrisches Gerät"

Bei Interesse bitten wir um direkte Kontaktaufnahme mit der Firma

Techlogic.de, Ansprechpartner Jörg Szymanski
Auf den Steinen 26
D-50321 Brühl
Telefon: (02232) 37 05 10
Telefax: (02232) 37 06 10
Mail: info@techlogic.de

 


Nachrichten aus der Industrie

Mehrfach verwendbare Shaverblades für alle gängigen Systeme

Die Firma Eberle ist Hersteller von Chirurgischen Instrumenten und Shaversystemen. Seit 20 Jahren hat das 1960 gegründete Unternehmen Erfahrung in der Entwicklung und Fertigung von medizinischen Produkten.

Das Produktprogramm umfasst hauptsächlich Instrumente für die Arthroskopie, ab sofort gibt es ein eigenes Shaversystem mit Zubehör. Darüber hinaus werden Shaverblades, welche zu fast allen sich am Markt befindlichen Systemen kompatibel sind, angeboten. Die Kompatibilität wurde von offizieller Stelle geprüft und bestätigt. Die Blades sind mehrfach verwendbar und darüber hinaus preiswert.

Das Unternehmen ist zertifiziert nach DIN EN ISO 9001, DIN EN 46001 und nach Anhang II der Richtlinie 93/42 EWG

FS GmbH & Co. KG
Tel. +49 (0) 2841-8870032
Medizintechnik
Fax +49 (0) 2841-8870037
Im Steinernen Kreuz 27
D-75449 Wurmberg
Mail: info@efs-eberle.de
Web: www.efs-eberle.de


Überblick Sonderkonditionen

Folgende Firmen halten für Mitglieder des BVASK Sonderkonditionen bereit:

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Aescologic Praxis-/SS-Bedarf Sonderkonditionen für Mitglieder 0800-1158980 www.aescologic.de
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Winterthur-Versicherung Praxisinhaltsversicherung Sonderkondition über Ärzte- wirtschaftszentrum Köln 0221-9591210 Mail: aewz-koeln-bonn@web.de

 


Einladung zur Mitgliederversammlung des Bundesverbandes für Ambulante Arthroskopie, BVASK e.V.

Im Rahmen der Jahrestagung 2003 in Freiburg

Datum: Samstag, den 12.04.2003 Tagesordnung:
Bericht des Vorstandes
Bericht des Kassenwarts
Zeit: 17.00 Uhr Entlastung des Kassenwarts
Qualitätssicherung
Sonstiges
Ort: Colombi Hotel  

Am Colombipark
79098 Freiburg
Tel.: 0761-21060; Fax: 0761-31410
Mail: rezeption@colombi.de
Internet: www.colombi.de

Alle Mitglieder sind herzlich eingeladen.

Der Vorstand


Geschäftsstelle

Bundesverband für Ambulante Arthroskopie e.V.
c./o. Dr. E. Ingenhoven
Breite Str. 96, 41460 Neuss
Tel.: 02131-153840
Fax: 02131-25412
Mail: mail@bvask.de
Web : www.bvask.de

Geschäftszeiten:
Dienstag 9.00-11.00 Uhr
Mittwoch 12.00-14.00 Uhr

Die Geschäftsstellenleitung hat Frau Agnes Koch.


Impressum:

Herausgeber, Layout und V.i.S.d.P.:
Bundesverband für Ambulante Arthroskopie e.V.
41460 Neuss, Breite Str.96
Tel.: (02131) 153840, Fax: 25412
Redaktion dieser Ausgabe:
Marianne Hohenschutz
Dr. Emanuel Ingenhoven
Agnes Koch
Druck: Gebrüder Hoose GmbH, Bochum