Nachlese |
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14. Jahrestagung des Bundesverband
für Ambulante Arthroskopie e.V. Vor Beginn der wissenschaftlichen Sitzung wurde Dr. Georg Feldkamp, Begründer und jahrelanges Vorstandsmitglied des BVASK für seine großen Verdienste um den Verband mit der neu geschaffenen Ehren-Mitgliedschaft ausgezeichnet. Ihm wurde die diesbezügliche Urkunde des BVASK unter dem Applaus von etwa 60 anwesenden Mitgliedern des Verbandes verliehen. Er hatte aus Altersgründen Anfang des Jahres seinen Posten als zweiter Vorsitzender abgegeben. Das Programm wurde eingeleitet durch einen Vortrag über die Möglichkeiten, außerhalb der Kassenleistungen mit sinnvollen neuen Therapiemethoden eine konservative Knorpel- Therapie durchzuführen. Die Injektionen von Hyaluronsäure-Präparaten und die Durchführung von pulsierenden Magnetfeldern hat sich mittlerweile in der konservativen Arthrosetherapie mit guten Ergebnissen etabliert. Anschließend wurde die neue überarbeitete Fassung des BVASK-Kommentars zur Abrechnung von Operationen nach der GOÄ vorgestellt. Da die GOÄ durch eine Vielzahl von Neuerungen insbesondere bei der Durchführung von arthroskopischen Operationen an den großen und kleinen Gelenken veraltet ist, wurde vom Verband zur Vereinheitlichung der Abrechnung ein ausführlicher Katalog von Analog-Ziffern erstellt, der die Abrechnung dieser nicht in der GOÄ aufgeführten Operationen vereinfachen soll. Er wurde mittlerweile an die Mitglieder des BVASK verschickt. Nach Diskussion der vorgestellten Abrechnungsziffern endete der Abend mit einem kollegialen Zusammensein bei einem gemütlichen Büffet. Das Hauptthema des zweiten Tages war der derzeitige Wissensstand bei Eingriffen am Gelenkenknorpel. Dr. Matthias Steinwachs (Freiburg) erläuterte dem derzeitigen Stand und die Indikationen zur ACT und konnte erste, wenn auch kurzfristige Ergebnisse vorstellen. Dr. Peter Angele (Regensburg) berichtete über den neuesten Stand der Knorpelreparatur durch Tissues engeneering mit Matrix und mesenchymalen Stammzellen. Diese neuartigen Therapiemöglichkeiten mit Wiederherstellung von Gewebe stehen erst am Anfang der Forschung und werden in der Zukunft ein weites Feld von echter Zell-Generation, nicht nur im Knorpel sondern auch im Meniskus- und Kreuzbandbereich eröffnen. Bis zur routinemässigen Durchführung wird es jedoch noch mindestens zehn Jahre dauern. Dr. Johannes Löhnert (Gelsenkirchen) referierte über seine Erfahrungen mit der ACT seit zirka fünf Jahren und konnte auch einige langfristige Ergebnisse vorweisen. Der BVASK-Vorsitzende Dr. Emanuel Ingenhoven (Neuss) berichtete über die altbewährten Methoden wie Abrasionsarthroplastik und Microfrakturing, die bei der jetzigen rigiden Haltung der Krankenkassen zur Genehmigung zu neuen Knorpelreparatur-Methoden kassenübliche Maßnahmen darstellen, die bei guter Technik zumindest kurz- bis mittelfristig auch gute Ergebnisse vorweisen kann und die einzigen knorpelinduktiven operativen Möglichkeiten bei Arthrosen darstellen. Prof. Dr. Hans Pässler (Heidelberg) zeigte anhand eindrucksvoller Dias die Möglichkeiten, durch autologe Transplantate auch größere Defekte im Knorpelbereich zu decken, ggf. auch in Kombination mit einer Meniskus-Transplantation. Diese Operationsverfahren werden jedoch auch in weiterer Zukunft sicherlich keine Routinenmethoden werden, da die Beschaffung von Spendermaterialien sehr schwierig und auch sehr kostenintensiv ist. Prof. Dr. Jörg Jerosch (Neuss) demonstrierte eine neue Methode zur Knorpelgewinnung zur Knorpel-Knochentransplantation unter Vermeidung von Entnahme von Knorpel aus dem Kniegelenk. Aufgrund längerfristiger Untersuchungen muss bei Entnahme von größeren Knorpelzylindern mit einer sekundären Arthrose im Kniegelenk gerechnet werden. Dies könnte durch Knorpelentnahme aus dem proximalen Tibiofemoralgelenk vermieden werden. An einer kleinen Serie von Operationen habe er keine negativen Auswirkungen durch diese Knochenentnahme feststellen können. BVASK-Mitglied Dr. Jürgen Toft (München) berichtete über seine Technik und Nachbehandlung einer großflächigen Abrasions- Chondroplastik bei manifester Gonarthrose, welche er ggf. mit einer Umstellungs-OT kombiniert. Er bezeichnete das postoperative Knorpel-Regenerat als Bioprothese und glaubt, dass diese mindestens zehn Jahre die ehemals arthrotischen Gelenkenflächen wie eine „ körpereigene Prothese schützen kann und damit die Implantation einer Knieprothese zumindest weit in die Zukunft verschieben kann. Dr. Ludwig Bös (Pforzheim) stellte sein Schema der Nachbehandlung von Knorpelreparierten Kniegelenken vor. Wichtig sei eine konsequente Entlastung von mindestens sechs bis acht Wochen. Physikalische Maßnahmen und Krankengymnastik sind Standard der Nachbehandlung. Eine zu intensive Krankengymnastik kann jedoch die Ausbildung des Regenerat-Knorpels verzögern oder behindern. BVASK-Mitglied Dr. Jürgen Eichhorn (Straubing) demonstrierte sein Konzept bei der medikamentösen Behandlung von Knorpelschäden. Glucosamin und Chondroitinsulphat sind Bausteine des Gelenk Knorpels und spielen gerade bei der Regeneration eine wichtige Rolle. Eine längerfristige Einnahme scheint sich positiv auf die Erhaltung der Knorpelmatrix auszuwirken. Die anschließende lebhafte Diskussion machte deutlich, dass wir von einem standardisierten Vorgehen bei Knorpelschäden im Sinne einer Leitlinie noch weit entfernt sind und Begleiterkrankungen wie Meniskus- und Bandschäden sowie Achsfehlstellungen ebenso in die Überlegungen zu einem operativen Konzept eingebunden werden müssen, wie das Lebensalter, biologisches Alter, Gewicht und Aktivitätsstufe des jeweiligen Patienten. Am Ende des wissenschaftlichen Programms fasste Ehrenmitglied Georg Feldkamp die Methoden zur Reparatur von Knorpelschäden zusammen. Knorpelschäden Grad I-II sollten möglichst in Ruhe gelassen werden. Bei Knorpelschäden Grad II-III sollten instabile Knorpelteile insbesondere am Rand entfernt werden, um eine Ablösung und dadurch resultierende Detritus-Synovitis zu vermeiden. Bei Knorpelschäden Grad drei bis vier bietet sich die Abrasions-Chondroplastik in Kombination mit Microfrakturierung als bewährtes Standardvorgehen an. Die Mosaikplastik ist durch die Entnahme - Pathologie und möglicherweise dadurch beschleunigtes Auftreten einer Arthrose etwas zurückhaltend zu beurteilen. Die ACT ist möglicherweise die einzige Methode, um echten hyalinen Knorpel wiederherzustellen. Mosaikplastik und ACT sind aber nur bei traumatischen Knorpelkschäden oder der OD indiziert, zudem können nicht alle Gelenkabschnitte behandelt werden. Die kurz bis mittelfristige Ergebnisse - bei korrekter Indikation - sind vor allem für die ACT ermutigend. Die Kosten lassen sie aber derzeit immer noch als Außenseiterbehandlung erscheinen. Nach ausgiebiger Diskussion endete dann am Samstag Nachmittag eine interessante Vortragssitzung, die den aktuellen Stand der Knorpeltherapiemöglichkeiten im konservativen und operativen Bereich aufzeigte. Gerold Mohr
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